… ein leidiges Thema. Schon ab geringen Höhen, wenn es z.B nur darum geht, auf eine Leiter zu steigen, treten bei manchen Leuten Ängste auf. Man glaubt garnicht in wievielen Situationen man mit Höhenangst konfrontiert wird. Auch ich hatte früher ziemliche Probleme mit der Höhe. Hier möchte ich euch ein wenig erläutern, wie ich diese Angst ziemlich gut in den Griff bekommen habe…
Als ich im zarten Alter von 11 Jahren mit der Schule auf Schikurs war, hatte ich das Vergnügen, zum ersten Mal mit einem Sessellift zu fahren. Dabei merkte ich schnell, dass das schaukeln des alten Zweier-Sessellifts, gepaart mit der Höhe, doch ein ziemliches Unbehagen, wenn nicht sogar leichte Panik auslöste.
Ab diesem Zeitpunkt fiel es mir immer wieder auf, dass ich Angst vor Höhen hatte. Schon alleine der Gedanke an manche Situationen in großen Höhen, führte zu schweißigen Händen. Wenn ich mich im 4ten Stock bei meiner Oma damals auf den Balkon wagte um hinunterzuschauen, war das fast unmöglich. Im Kopf waren ständig Bilder, wie ich samt der Brüstung in den Abgrund stürzte. Das Tolle an der Höhenangst ist allerdings, dass man ja nicht nur Angst um sich selbst hat, sondern auch wenn Personen die einem nahe stehen, sich Situationen in großer Höhe, aussetzen. Wenn also mein Brüderchen sich locker, lässig auf die Brüstung am Balkon im 4. Stock setzte, trug das nicht sehr viel zu meinem Wohlbefinden bei.
Als ich dann mit ca. 20 Jahren endlich begonnen habe, mich mit der Höhenangst zu beschäftigen, habe ich schnell gemerkt, dass sich diese bessert. Je öfter ich z.B in den Bergen unterwegs war und einen ausgesetzten Klettersteig gegangen bin, desto besser und verträglicher wurde die Höhe für mich. Vor ein paar Jahren habe ich dann begonnen, auch Klettersteige zu gehen, bei denen man gesichert unterwegs sein sollte und merkte, dass das Klettersteigset mir zusätzliche Sicherheit verlieh. Damals kannte ich den Haidsteig (Kategorie D, auf der Rax) nur von Bildern und dachte mir dass ich nie im Leben soweit sein werde um einen Klettersteig dieser Ausgesetztheit begehen zu können. Das war ein Irrtum, denn von mal zu mal verbesserte sich meine Psyche und mit 30 war ich dann so weit und durchstieg dann auch den Haidsteig. Das ich mal beginnen würde zu klettern, hätte ich mir damals trotzdem nicht gedacht, aber wie gesagt, die ständige Auseinandersetzung mit der Angst vor der Höhe und dem Fallen, verbessert kontinuierlich meine Psyche.
Letztes Jahr habe ich mir dann mal ein Buch gekauft, dass sich mit dem Höhenangstthema beschäftigt. Eigentlich habe ich darin nicht sehr viel neues gelesen bezüglich der Techniken, die einem helfen, mit der Höhenangst umzugehen. Eine essentielle Aussage war allerdings, dass Angst vor Höhen absolut nichts negatives oder unnatürliches ist, da Angst ja prinzipiell ein Schutzreflex ist. Nur wenn diese Angst dann Ausmaße annimmt, die jemanden dann im Denken und Handeln beeinflusst, wird sie zum Problem.
Jetzt möchte ich nur noch kurz erläutern, wie meine Technik zum Umgang mit der Höhenangst aussieht, wenn ich auf einem Klettersteig unterwegs bin. Da sehr viele körperliche Faktoren eine entscheidende Rolle spielen, sollte man nur an Tagen an denen man sich körperlich fit und ausgeschlafen fühlt, eine „Therapie-session“ starten 😉 Vor allem Müdigkeit kann Höhenangst schon sehr verstärken. Jedenfalls ist es meist nur zu Beginn eines Klettersteigs, wo ich merke, dass Höhenangst aufkommt. Wenn dies der Fall ist, nehme ich eine gemütliche Position ein (fixiere mich mit allen Karabinern die ich habe an vertrauenswürdigen fixpunkten) und beginne mit entspannter, tiefer Atmung. Nebenbei achte ich auch darauf, dass ich meine Hände auf die Felswand lege und den Felsen intensiv spüre (klingt vielleicht bissl geschwollen, hilft mir aber wirklich). Die Angst kommt also, aber je länger ich in dieser „gemütlichen“ Entspannungsphase bin, desto mehr nimmt sie wieder ab, bis ich schliesslich entspannt weiterklettern kann. Gerade dieses Erlebnis, des Angst haben und merken, dass sie wieder abnimmt, ohne dass etwas passiert ist, trägt meiner Meinung nach am meisten zur Besserung der Höhenangst bei.
Ich kann nur jedem empfehlen, sich seiner Höhenangst zu stellen und diese zu bearbeiten, da es wirklich viele neue Möglichkeiten schafft und zudem auch Stolz macht 😉
Jeder der es mal ausprobieren möchte, kann sich gern bei mir melden. Dann können wir gern einen einfachen Klettersteig, oder Kletterfelsen zum Üben erklimmen!